Kein Fleck der Erde ist heute ohne Besitzer – sei es Privatbesitz, Unternehmens- und Landwirtschaftsgelände oder Staatsbesitz. Allerdings stillt Grund und Boden auch ein wichtiges Bedürfnis
des Menschen nach Wohnraum und Sicherheit. Damit Nachbarn nicht willkürlich mit ihrem Grundbesitz und den Gebäuden darauf umgehen können, hat die Politik eine Reihe von Steuermechanismen
geschaffen, die sich auf den Immobilienmarkt auf verschiedene Weisen auswirken.
Um sicher zu stellen, dass Standorte wirtschafts und gesellschaftsförderlich eingesetzt werden, regulieren Staaten, was wo angesiedelt wird. Dies geschieht auf dem Wege der Flächenwidmungs- und Genehmigungsverfahren, die in der Regel vor der Bebauung entscheiden, welche Aufgaben gewisse Grundstücke im städtischen wie ländlichen Bereich erfüllen können. Eine klassische Trennung besteht hier zwischen Wohn- und Gewerbeflächen, die den jeweils anderen Zweck ausschliessen oder nur über eine Sondergenehmigung erlauben.
In Deutschland sind diese Regulationsverfahren zum Beispiel im Grundbuch abgebildet. Hier werden sämtliche Grundbesitze eingetragen und ermöglichen so eine zusätzliche Sicherung beim Handel mit Immobilien. Änderungen sowohl der Besitzverhältnisse als auch Umwidmungen oder Neubauten werden von einem komplexen Verfahren gebremst, das zu Umschiffen die Aufgabe zahlreicher spezialisierter Dienstleister wie Anwälten, Notaren und Architekten ist.
Eine andere, zentrale Rolle spielt beim Immobilienmarkt die Besteuerung, insbesondere die Grund- aber auch Ertrags- und Verkehrssteuern. Die Grundsteuer fällt dabei unter die sog. Substanzsteuern, ist also eine Steuer die für den reinen Besitz einer Immobilie anfällt – bei Wohnungen innerhalb eines Hauses wird die Grundsteuer in der Regel auf alle Besitzer gleichmäßig verteilt. Die Ertragssteuer fällt beispielsweise bei Mieteinkünften an und ist von der Gewerbesteuer entkoppelt, so dass auch private Vermietung möglich ist ohne ein Gewerbe anzumelden und zusätzliche Steuern zu bezahlen. Die Verkehrssteuer betrifft im Gegensatz hierzu den Handel mit Immobilien, fällt also immer dann an, wenn Gebäude und Grund verkauft werden. Das Äquivalent zur Verkehrssteuer ist bei Konsumgütern die Mehrwertsteuer, die allerdings deutlich höher ausfällt. Auf diese Wege wird der Handel und die Vermietung mit Immobilien gegenüber rein gewerblicher Tätigkeiten steuerlich begünstigt.
Eine weitere Begünstigung entsteht durch die steuerliche Abschreibungsmöglichkeit, die bei Immobilien in Deutschland über dem Substanzverzehr liegt und damit den Grundbesitz attraktiv gegenüber anderen Investitionsmöglichkeiten macht. Auf diese Weise wird ausserdem versucht die Mietpreisschwankungen einzudämmen die sich daraus ergeben, dass der Immobilienmarkt nur schwerfällig auf Änderungen im Gefüge von Angebot und Nachfrage reagieren kann.